Statistik

Natürlich sind die schönen Erinnerungen an die Reise viel wichtiger als Zahlen. Aber Zahlen sind dennoch irgendwie cool und lustig. Daher hier die Statistik der Veloreisli Reise von Alaska nach Chile während den Jahren 2017 bis 2020.

StartpunktAnchorage, Alaska
EndpunktCoyhaique, Chile (leider)
Dauer der Reise1013 Tage oder 2 Jahre & 9 Monate
Totaldistanzoffiziell 35784.65 km
wahrscheinlich aber einiges mehr
Totale Fahrzeit2279h oder 3.1 Monate
Totale Höhenmeter373226 hm oder 42 mal vom Meer auf den Mt. Everest
Anzahl Fahrtage/Ruhetage527 (52%) / 486 (48%)
Längster Tag (Fahrstrecke)154.6 km
von Cafayate in die Pampa ARG (29.12.19)
Längster Tag (Fahrzeit)9:43h
auf dem Dempster Hwy nach Eagle Plains, CA (8.7.17)
Kürzester Tag
(Fahrzeit & Distanz)
3.75 km in 17 Minuten
von Waterton nach Kimball, CA (mit Autostopp wegen den Waldbränden)
Schnellster Tag (Durchschnittgeschw.)27.2 km/h
runter in den Zion Nationalpark, USA (15.10.17)
Langsamster Tag
(Durchschnittsgeschw.)
5.3 kmh
von Otavalo zur Laguna Mojanda hoch, EC
(22.5.2019)
Rasanteste Fahrtnur 83.6 km/h 🙁
zwischen Miraloma und Chunchi, EC
(21.6.2019)
Längste Pause2 Monate in Mis Casas, MX (4.8.-4.10.2018)
Meisten Höhenmeter2324 hm
von Colchaloma nach Salinas, EC
(17.6.2019)
Flachster TagTätschflach über den Salar von Uyuni BO
(27.10.2019)
Tag mit meisten Platten7x zwischen Planeta Rica und Caucasia, CO
schnellst geflickter Platten (bis wieder fahrbereit)2min30sek, vor Todo Santos, MX
Höchster Punkt mit Velo4990 muM, Punta Pumacocha, Peru
Tiefster Punkt mit Velo-70 muM, Salton Sea, USA
Kälteste Temperatur im Zelt-15 °C
Erklommene Vulkaneleider nur 4
Anzahl Grenzübertritte29
Anzahl ReisepartnerInnen (mit Velo)16
Tage mit Reisebegleitung unterwegs418 (41.2 % der Zeit)
Längste Etappe Solo unterwegs538 Tage (18.4.2018-10.4.2019) von Merida, MX nach Medellin, CO

Häufigkeitsstatistik

Die Hälfte (25-75% Quantil der Daten) lag bei den Tageskilometern bei 50-87 km, der Fahrzeit bei 3:30-5:30 h, dem Durchschnitt bei 13.5-18.5 km/h und bei den Höhenmetern bei 350-1000 m über alle Fahrtage der Reise.

Vergleicht man die Mittelwerte zwischen allen Tagen und den Fahrtagen (52%), so zeigt sich folgender Vergleich:

TagesdistanzFahrzeitDurchschnittHöhenmeter
alle Tage35.3 km2:17 h8.17 km/h369 m
nur Fahrtage67.9 km4:24 h15.7 km/h713 m

Übernachtungen

Über die gesamte Reise nächtigte ich rund 27% der Zeit in kostenpflichtigen Unterkünften, für 73% der Nächte fand ich eine kostenfreie/Spende Möglichkeit zum übernachten.

Ob im Bett, Zelt, auf der Matte oder in der Hängematte geschlafen wurde variierte erheblich von Region zu Region. Auch ob ich eine längere Pause machte oder gleich am nächsten Tag weiterfuhr machte einen Unterschied. An Ruhetagen schlief ich mehrheitlich in einem Bett, egal auf welchem Kontinent. An Fahrtagen schlief ich meistens im Zelt ein.

TotalUSA & CAMX & KubaZentral A.Süd A.
über alle Tage
Bett48.67%33.33%55.84%52.07%47.79%
Zelt38.01%63.64%30.60%29.59%36.74%
Matte9.67%3.03%7.57%7.69%15.47%
Hängematte3.65%0.00%5.99%10.65%0.00%
nur Fahrtage
Bett32.52%22.81%37.70%37.66%32.88%
Zelt52.71%72.81%48.36%36.36%50.45%
Matte12.34%4.39%11.48%12.99%16.67%
Hängematte2.43%0.00%2.46%12.99%0.00%
nur Ruhetage
Bett66.74%56.86%67.18%64.13%71.43%
Zelt21.55%43.14%19.49%23.91%15.00%
Matte6.69%0.00%5.13%3.26%13.57%
Hängematte5.02%0.00%8.21%8.70%0.00%

Auch die Übernachtungsorte variierten erheblich. Übers Ganze gesehen verbrachte ich die meisten Nächte auf Campings, bei Warmshowers Gastgebern oder wurde eingeladen. An Fahrtagen schlief ich meistens in Campings (v.a. in den USA und Kanada war fast jede zweite Nacht auf einem Camping), Ruhetage verbrachte ich Hauptsächlich bei Warmshowers Gastgebern. Wild Zelten war vor allem in den USA, Kanada und Südamerika hoch im Kurs, nicht aber in Mexiko oder Zentralamerika.

In Zentral- und Südamerika waren, besonders an Fahrtagen, die öffentlichen Dienste sehr geeignete Zufluchtsorte: Meistens gabs eine Dusche, eine Küche, es war sicher, gute Gesellschaft war auch meist garantiert und manchmal wurde mir sogar ein Bett angeboten oder ich wurde kurzerhand in Ambulanz oder Feuerwehrauto zu einer Sightseeing Tour mitgenommen. Die öffentlichen Einrichtungen umfassten: Kirchen, Polizei, Grenzwacht, Militär, Rotes Kreuz, Spitäler, Schulen, Gemeindeverwaltungen, Zivilschutz, Werkhöfe und natürlich mein absoluter Favorit: Die Feuerwehr. So verbrachte ich während der gesamten Reise 38 Nächte in den verschiedensten Feuerwehrstationen von Mexiko bis Chile. Noch besser als die Feuerwehrstationen waren natürlich die Casa de Ciclista, wo es sich immer gut verweilen liess und auch als Treffpunkt mit anderen Radfahrern dienten.

In Hotels logierte ich bis Südamerika fast nie. Aber in Peru und Bolivien waren diese so günstig, dass es oft eine verlockende Alternative zum Zelt war. Besonders nach einem strengen Tag in den hohen Anden.

TotalUSA & CAMexiko & KubaZentral A.Süd A.FahrtageRuhetage
Warmshowers16.78%29.70%15.46%25.44%8.01%11.96%22.18%
Campground15.70%46.06%5.36%17.75%9.94%19.44%11.51%
Einladung (Bett)10.56%5.45%8.83%0.59%19.06%6.73%14.85%
Couchsurfing7.70%0.61%11.67%9.47%6.63%5.23%10.46%
Wild Camping7.01%9.09%4.42%0.59%11.33%12.71%0.63%
Einladung (Zelt)6.61%0.61%9.15%10.06%5.52%7.85%5.23%
Mis Casas6.42%0.00%19.87%0.00%0.55%0.56%12.97%
öffentliche Einrichtungen6.42%0.61%4.73%9.47%9.12%10.84%1.46%
Hostel5.92%0.00%4.42%16.57%4.97%4.11%7.95%
Hotel4.74%0.61%1.26%4.14%9.94%4.86%4.60%
Raststätte/Strassenrand/Dorfplatz3.75%6.06%2.52%1.18%4.97%6.92%0.21%
Casa de Ciclista3.36%0.00%2.52%0.00%7.18%1.68%5.23%
Restaurant (Zelt)1.58%0.00%2.84%1.18%1.38%2.62%0.42%
Casa Particular (Kuba)1.48%0.00%4.73%0.00%0.00%1.87%1.05%
Boot/Schiff/Fähre/Bus0.99%1.21%0.32%2.96%0.55%1.12%0.84%
Bauernhof (Zelt)0.69%0.00%0.95%0.59%0.83%1.31%0.00%
AirBnB0.30%0.00%0.95%0.00%0.00%0.19%0.42%

Länder

Und wie lange war ich nun in den verschiedenen Länder unterwegs?

LandTage im Land%davon Ruhetage %
Alaska302.96%16.67%
Kanada595.83%23.73%
USA, ohne AK767.51%35.53%
Mexiko29028.66%63.79%
Belize161.58%37.50%
Kuba272.67%37.04%
Guatemala504.94%56.00%
El Salvador121.19%58.33%
Honduras141.38%64.29%
Nicaragua131.28%30.77%
Costa Rica383.75%63.16%
Panama262.57%53.85%
Kolumbien555.43%38.18%
Ecuador454.45%42.22%
Peru888.70%32.95%
Bolivien535.24%54.72%
Chile747.31%29.73%
Argentinien464.55%43.48%

Besucht habe ich auf der Reise 18 Länder. Fast 1/3 der gesamten Reise verbrachte ich schlussendlich in Mexiko. Dort war es auch sehr gemütlich mit knapp 64% der Tage als Ruhetage – nicht zuletzt wegen der zweimonatigen Pause in Mis Casas. Ebenfalls lange war ich in Peru und den USA unterwegs, dicht gefolgt von Chile. In Costa Rica liess sich beim Kitesurfen auch viel Zeit „totschlagen“ und ebenfalls Honduras hatte abseits des Radfahrens sehr viel zu bieten: v.A. Tauchen.

Am effizientesten vorwärts kam ich gleich am Anfang. In Alaska gabs nur knapp 16% Ruhetage, aber auch in Chile und Kanada war ich sportlich unterwegs mit etwa 1 Ruhetag auf 4 Fahrtage. Wobei hier noch zu erwähnen wäre, dass die von mir als Ruhetage bezeichneten Tage nicht unbedingt Ruhetage waren. Vielmehr „radfreie Tage“, oder „Tage ohne der Route zu folgen“ trifft es wahrscheinlich noch besser. Denn auch an diesen Tagen war ich oft unterwegs um Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Oft auch mit den Rad.

Defekte & Verschleiss

  • Ausgerissener Nabenflansch in Mexiko (Danke Rohloff für den super Support!)
  • 2x durchgebremste Felgen, Mexiko
  • 1x vorne & 3x hinten Reifen ersetzt
  • 3x Kette ersetzt
  • ca 10 paar Bremsbeläge durchgebremst
  • 5x Ölwechsel (Rohloff), alle 5000 km
  • 1x Schraubenkopf (Kurbelarm) ausgeleiert, Kolumbien
  • 1x Kettenblattschraube verloren, Chile
  • 3x Ortlieb „Schrauben“ verloren, Kanada
  • unzählige Ortliebschnallen zerbrochen (Danke Ortlieb für den erstklassigen Support!)
  • 1x Schaltkabel gewechselt, Kolumbien
  • 1x Bremskabel gewechselt, Kolumbien
  • 1x Tretlager gewechselt, Kolumbien
  • unendlich viele Schuh- und Kleiderreparaturen
  • unendlich viele Packtaschenreparaturen
  • ca 1-2x/Monat platte Reifen (geschätzt)
  • Kameraobjektiv zerkratzt, Mexiko
  • MP3 Player verloren, Peru
  • Unterwasserkamera verloren, Belize
  • Badelatschen verloren, Mexiko
  • Teva Sandalen durchgelatscht, Ecuador
  • Schraube an Primus Kocher zerbrochen (Danke Primus für den erstklassigen Support!)
  • fast alle Reisverschlüsse ersetzt, ausser am Zelt
  • Dynamo-Lader defekt

Bis auf den ausgerissenen Nabenflansch der Rohloff Nabe in Mexiko, hatte ich keine nennenswerte Probleme mit dem Rad. Anständiges Material und regelmässige Wartung sind Gold wert! V.A. ordentlich eingespeicht und zentrierte Räder machen einem das Leben auf der Reise einfacher. Trotz zum Teil sehr ruppigen Wegen und Pfaden hatte ich auf der gesamten Reise keinen einzigen Speichenbruch! Nachzentrieren musste ich die Räder nur nach dem Tausch der Felgen in Mexiko.

Gesundheitliche Beschwerden

  • Magenverstimmung, Mexiko
  • Sonnenstich in Kuba: nie wieder!
  • Aussenohrentzündung, Mexiko
  • Fuss an Korallen aufgeschnitten, Honduras
  • Hände an Korallen aufgeschnitten, El Salvador
  • Hundebiss in Kolumbien
  • Atembeschwerden in Peru
  • andauerndes Gerumpel im Magen in Peru
  • einige Erkältungen

Es werden sicher noch weitere Kenngrössen der Radreise dazu kommen. Über Vorschläge, was in der Statistik zusätzlich noch interessiert bin ich jeder Zeit offen und freue mich noch mehr Infos zu liefern.

Und zum Schluss noch ein paar unübersichtliche Zeitreihen 🙂

2 thoughts on “Statistik”

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