Mazatlán-Guadalajara (9.1.-29.1.)

Nach mehr als einem Monat auf der Baja war es nun aber doch langsam Zeit diese zu verlassen und im „richtigen“ Mexiko weiter zu fahren. Für die Überfahrt von La Paz nach Mazatlán konnten wir zwischen zwei Fähren wählen: Die normale Touristenfähre  oder die Cargofähre. Da unsere Räder Cargo sind und wir so noch rund 10 Franken sparen konnten entschieden wir uns für die Cargofähre. Wir waren dann auch fast die einzigen Touristen auf der Fähre. Die Passagiere waren weitgehend alles Lastwagenfahrer. Leider legten wir mit rund 1.5 Stunden Verspätung ab und da es dann leider schon dunkel war, blieb das beliebte Whalewatching leider aus 🙁 Dafür war das Abendessen und Frühstück im Ticketpreis inbegriffen und so stürzten wir uns hungrig in den Comedor. Zu Essen gabs dann irgendeine Schweinshaxen-Mais-Chili-Irgendwas Suppe. War dann auch etwas gewöhnungsbedürftig aber naja, immerhin Abendessen. Beim Essen lernten wir auch Ken aus den USA kennen. Er hat sich in nur 5 Tagen einen Camper auf seinen Pickup gezimmert und fährt nun damit nach Panama. In dem Camper liessen wir dann bei Tequilla den Abend ausklingen bevor ich mich irgendwo auf den Deck schlafen legte.

Am nächsten Morgen legten wir dann endlich in Mazatlán, im echten Mexiko, an. Schon u 10 Uhr war es so warm, dass ich mich als erstes zur Abkühlung in einen der Meerwasserpools der Stadt legte und ein bisschen mit den Krabben und Fischen planschte. Danach stand für den Rest des Tages die Stadtbesichtingung an. Und ich muss sagen, Mazatlán gefiel mir sehr gut. Mit vielen farbenfrohen Gebäuden, lebhaften Plätzen, Märkten und leckerem Essen verflog der Tag sehr schnell. Und Abends wurde alles schön beleuchtet und elegant in Szene gesetzt.

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Am nächste Morgen wurde es dann ernst. Wir wollten über den alten Highway 40 nach Durango fahren. Durango liegt auf knapp 2000 m. Die Strasse aber führt über mehrere Bergketten und durch dementsprechend viele Täler. Denn die alte Strasse verfügt über keine Tunnels oder Brücken. Der neue Highway hingegen führt durch 61 Tunnel und über 115 Brücken und verkürzt die Reisezeit mit dem Auto von 8 auf 2 Stunden. Dementsprechend leer ist nun die alte Strasse was sie zu einem der besten, aber auch härtesten „Radwege“ macht.

Nachdem wir dem Verkehrsgewusel um Mazatlán endlich entkommen sind, waren wir dann wirklich fast alleine auf der Strasse und begannen in den kleinsten Gängen die ersten Steigungen zu überwinden. Die Strasse nun durch dichten Tschungel und wir schwizten wie in der Sauna. Nun krabbelten auch immer wieder grosse Taranteln über die Strasse und überall hörten wir Vogelgezwitscher. Beim Eindunkeln erreichten wir das kleine Dorf Copala.  Hier fragten wir uns durch, um einen schlauen Platz zum übernachten zu finden. Gelandet sind wir dann schlussendlich im Restaurant von Alejandro. Zu unserer Freude durften wir dort nicht nur übernachten, sondern wurden wir dann auch noch mit köstlichen Quesdilas verwöhnt. Und wenn das nicht schon genug gewesen wäre gab es zum Dessert noch einen Bananen-Kokos-Kuchen. Angeblich kommen Touristen von weit her nur um diesen Kuchen u essen. Und ja, der Kuchen war schon verd**** gut! Wenn das nicht das leckerste Dessert der Welt ist, dann sicher eines der leckersten 🙂 Eine Reise nach Copala lohnt sich also allemal.

Espinazo del Diablo

 

Die nächsten Tage kletterten wir also weiter hoch Richtung Durango. Immer begleitet von schönen Aussichten, herrlichen Campingplätzen und einer verkehrsfreien Strasse. El Espinazo del Diablo oder auch das Rückgrat des Teufels, war dann wohl eines der Highlights. Auf dem Abschnitt radelt man direkt auf dem Bergrücken und kann die Aussicht auf beide Seiten geniessen. Nach 5793m hochklettern und gut 340 km, erreichten wir dann endlich Durango.

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In Durango blieben wir ein paar Tage bei Daniel und seinen Eltern. Zusammen schauten wir uns die Stadt an und er zeigte uns seine Arbeit: Er baut die unterschiedlichsten Gebäude und Dinge aus Lehm. Das aktuelle Projekt war der Bau eines Lehm-Pizzaofens. Eine sehr strenge Arbeit, denn nach den 2 Stunden effektiver Arbeit ging es dann vor Allem ums Essen und Trinken – ich glaube ich werde auch Lehmbauer 🙂

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Nach Durango ging es für uns weiter Richtung Zacatecas. Die Strecke hatte leider nicht sehr viel zu bieten. Wir fuhren während 4 Tagen durch die immer gleiche braun-gelbe Landschaft aus Feldern und ein paar Kühen. Doch ein Highlight gab es, den Nationalpark der Sierra de Órganos. Der Park erinnerte ein Bisschen an den Bryce Canyon in den USA mit einem kleinen Unterschied: ausser uns war keiner da…. So genossen wir den Park für uns alleine, wanderten herum und zelteten mit Kojoten und Wildschweinen.

 

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Wenige Tage später trafen wir dann in Zacatecas ein. Hier wohnten wir bei Carlos, welcher nicht nur ein toller Gastgeber sondern auch ein super Touristenführer ist. Zusammen mit ihm und seinem VW Käfer erkundeten wir die Strassen, Bars, Sehenswürdigkeiten und Restaurants der Stadt.

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Nach ein paar Tagen in Zacatecas, ging es weiter gegen die zweitgrösste Stadt Mexikos, Guadalajara. Die Strecke dorthin war ziemlich langweilig und so war meine Laune auch nicht gerade super, denn wegen all den Hügeln kamen wir auch nur mässig schnell voran. Und gerade an einem der Tage, als ich fand, Radfahren ist doof, wandelte sich der Tag dann doch noch zu einem Unvergesslichen. Wir kamen Mitte Nachmittag im Städtchen Teocaltiche an und wieder ging die Suche nach einem Schlafplatz los. Auf der grossen Plaza bei der Kirche hängt auch die Polizei gerne rum und  die wissen ja sicher was. Also nix wie hin und mal fragen. Die polizisten wussten zwar auch gerade nix, aber nach einem kurzen Telefonat hiess es aufs Velo aufsteigen und folgen. So düsten wir dann begleitet von 2 Polizeitöffs mit Blaulicht durch das Städtchen Richtung Proteccion Civli, denn hier konnten wir unsere Zelte aufschlagen und für die Nacht bleiben. Doch dazu sollte es erst gar nicht kommen, denn nur wenige Minuten nach unserer Ankunft standen plötzlich ein paar Jungs und Mädels in Rennradbekleidung vor uns und freuten sich sehr, uns Radfahrer zu sehen. Sie gehörten zu der Radgruppe von Ciclismo Teocaltiche und wollten unbedingt Fotos mit uns machen und luden uns gleich zu sich nach Hause zum Abendessen und übernachten ein. Die Einladung nahmen wir natürlich gerne an und verbrachten den Abend bei der wohl Veloverrücktesten Familie der Region. Vom Grossvater bis zum Grosskind fährt hier jeder und jede Velo. Am nächsten Morgen begleiteten sie uns dann auch noch für rund 2 Stunden auf unserer Weiterfahrt Richtung Guadalajara.

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Nun wohne ich seit ein paar Tagen in der Casa Ciclista, einem Haus mit Velowerkstatt und der Möglichkeit zu übernachten. Hier gab es dann auch ein Wiedersehen mit Yves, Frederique und Thomas von La Paz. Nun mache ich ein paar Tage Pause, ruhe mich aus und dann gehts weiter…..

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