Skagway – Juneau – Prince Rupert (6. – 11. August)

Ich bin gerade in der Bibliothek in Jasper – nach zwei Stunden Stromausfall lebt die Stadt jetzt wieder digital. Dennoch gibt es keine Umlautzeichen auf der Tastatur – exguese!!

Nach unserer Wanderung in Skagway haben wir also die Vorraete aufgestockt und sind losgezogen um die Nachmittagsfaehre in Richtung Juneau zu nehmen. Wir nahmen an, dass es noch gescheit waere eine gute Stunde vor Abfahrt auf dem Terminal zu erscheinen. Dort erlebten wir dann aber eine kleine Ueberraschung: Es war doch nicht ganz so einfach ein Ticket zu kriegen. Sold out! Auch die Walk-in Tickets die eigentlich immer verfuegbar sein sollen, waren ausverkauft. Alles betteln, stuermen und wiederholtes Fragen hat nichts genuetzt. Selbst die Warteliste war voll! Wir sind dann zurueck in die Stadt, haben Flugtickets abgeklaert, private Faehren – alles war entweder zu teuer oder ausgebucht.
Wir wollten unbedingt auf genau die Faehre, da sie eben am Nachmittag geht und nicht nachts. Ausserdem hatten wir in Juneau bereits eine neue Warmshower-Unterkunft organisiert.
Wir haben dann entschieden, einfach eine Ortschaft (Haines) weiter zu fahren, dort zu campen und dann mit der naechsten Faehre weiter zu fahren.
Endlich auf der Faehre (mit zwei Stunden Verspaetung) haben wir dann ueberlegt, ob wir einfach auf der Faehre bleiben sollten, doch wir haben uns dann nicht getraut. Nach einer Stunde Fahrt sind wir auch schon in Haines angekommen. Wir sind also wieder mit dem ganzen Gruempel ab der Faehre und haben uns vorbereitet, auf den Campingplatz zu zuegeln. Eigentlich waere das dann auch ganz ok gewesen, denn dort sollten anscheinend gerade viele Grizzlies am Lachsfischen sein.
Ich habe dann noch gefragt, wann genau die naechste Faehre nach Juneau fahren wuerde. Der nette Mann am Schalter hat gesagt, dass wir sonst auch wieder auf unsere eigentliche Faehre zurueck koennten, da nicht alle Leute erschienen seien und deshalb wieder Plaetze frei waeren.
Natuerlich haben wir das gemacht und sind also wieder mit Sack und Pack auf die Faehre zurueck 🙂
Nach weiteren zwei Stunden Fahrt mit suennele und Bier sind wir in Juneau angekommen. Am Terminal hat uns Tom unser Gastgeber auch bereits erwartet und uns nach Hause chauffiert. Bei ihnen angekommen, konnten wir nur noch an den zNacht-Tisch hocken. Es gab frischen Alaska Lachs!
Tom und Eva haben uns dann die naechsten Tage und Naechte bis zur weiteren Faehrfahrt nach Prince Rupert beherbergt. Es war super, wir mussten uns um nichts kuemmern. Tom ist frisch pensioniert und hatte somit Zeit uns Juneau zu zeigen. Am ersten Tag haben wir eine kleine Velotour zum Mendenhall Gletscher gemacht. Es gibt beim Visitorcenter am Gletscher ein Boardwalk ueber einen Bach, wo man die migrierenden, verendenden, stinkenden Lachse sehen kann. Auch fischende Baeren koennten vor Ort sein. Aber wir haben keine Baeren gesehen. Danach haben wir ins Auto gewechselt und Tom hat uns durch Juneau gefuehrt. Das Zentrum von Juneau ist wahnsinnig touristisch, da alle Kreuzfahrtschiffe dort anlegen. Tom hat uns erzaehlt und sich koestlich amuesiert, dass die erste Frage der meisten Kreuzfahrttouristen jeweils ist, auf welcher Hoehe Juneau denn genau liegt.
Am naechsten Tag haben wir dann eine Wanderung auf den Hausberg Mt. Juneau gemacht. Und hoppla der Pensionaer hat ein Tempo vorgelegt! Oben angekommen, haben wir uns entschieden, dem Bergruecken zu folgen und dann das Tal raus zu wandern. Die Wanderung ist vergleichbar mit Maegis-Alpentower-Engstlenalp-Innertkirchen. Da waren wir am Abend dann schon ein bisschen erledigt! Aber es war landschaftlich wirklich schoen. Zudem war es mindestens 25 Grad warm. Baeren haben wir keine Gesehen.
Am naechsten Tag sollte nun eine weitere Wanderung folgen. Eva leitet eine Wandergruppe und wir waren eingeladen, mitzugehen. Christian hatte nach dem Mt. Juneau genug gewandert und wollte lieber die Brauerei besuchen. Tom hat gemeint, das Tempo waere nicht gleich hoch, da alle schon etwas aelter waeren. Ich bin dann mit gegangen. Es hat sich gelohnt! Tatsaechlich war das Tempo etwas entspannter, dafuer hat stellenweise ein Weg gefehlt. Die Rentner waren aber alle ganz ruestig und trotz fehlendem Weg waren alle sehr zufrieden. Baeren habe ich keine gesehen. Wieder im Tal angekommen, waren meine Beine dann wirklich etwas muede und ich war in der richtigen Stimmung fuer die Faehre.
Zum Abschied haben wir aber noch versprochen, ein typisches Schweizer Gericht zu kochen. MMMhh einmal wieder Roesti! Da immer noch genuegend Zeit war, wollte Tom noch mal zum Gletscher resp. schauen ob nicht in der Daemmerung Baeren umenand waeren. Und tatsaechlich, endlich haben wir einen Schwarzbaer gesehen. Er ist auch wie vorgesehen, direkt unter dem Boardwalk durch den Bach spaziert 🙂
Um Mitternacht sind wir dann losgeradelt, damit wir die Faehre um 2 Uhr nehmen konnten. Dieses Mal hat alles bestens geklappt. Wir haben ja auch gelernt und die Tickets vorgaengig gekauft. Ausserdem haben wir dieses Mal kein Veloticket gekauft, sondern jemanden gefragt, ob wir die Velos auf einen Pickup laden koennen.
Wir haben uns auf der Faehre fuer die nachsten vierzig Stunden eingerichtet. Eine Kabine haben wir nicht gebucht, denn man darf ueberall uebernachten. Wir haben auf dem Sonnendeck Liegestuehle besetzt und dort herrlich uebernachtet. In der Cafeteria gab es fuer einen Dollar Kaffee mit free refill. In der Mikorwelle kochten wir unsere Wirschtleni (in einem Tassli). Und sogar eine warme Dusche (gratis!) konnte man nehmen. Einziger negativer Punkt der Faehrfahrt ist, dass wir den Stuart Cassiar Highway verpasst haben. Eigentlich alle Velofahrer, die wir getroffen haben, meinten, dass das eine wahnsinnig schoene Strecke sei. Wale (Buckelwal + Orca) haben die dafuer wahrscheinlich nicht gsehen.

1 thought on “Skagway – Juneau – Prince Rupert (6. – 11. August)”

  1. Hallo Ihr Lieben
    Toll von Euren Erlebnissen zu lesen! Sind eben von einer Wanderwoche „Ueber den neuen Gotthardtunnel nach Süden“ (Uri – Tessin) zurück. War natürlich bei weitem nicht so anstrengend wie Eure Unternehmungen. Aber auch die Schweizer SeniorInnen haben ein flottes Tempo. Am So, 3.09.17 gehts auf nach Sardinien. Wir freuen uns, dem üblen Regenwetter den Rücken zu kehren. Euch weiterhin alles Gute. Herzlich, Marianne

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