Alaska: Denali Highway – Tok (24. Juni – 30. Juni)

Vom George Parks Highway der uns nach Denali National Park führte sind wir weiter auf dem Denali Highway durch den Denali State Park gefahren. Zuerst mussten wir vom Parkeingang wieder etwas gegen Süden zurück fahren. Da wir diese Strecke schon gefahren sind, haben wir versucht, per Autostopp zu fahren. Trotz der beiden Velos hat das sofort geklappt! In einem Kleinbus haben wir die Velos irgendwie reingestopft und als wir losgefahren sind, gab es von der Fahrerin auch schon ein Bier. Ich habe ziemlich gestaunt, wie einfach man mit dem Velo Autostopp machen kann!
Der Denali Highway ist eine 220 Kilometer lange Schotterstrasse, auf der Strecke gibt es nur wenige Lodges und sonst nichts. Die Strasse ist auch kaum befahren. Somit hatten wir eine gute Abwechslung zu den Touristenströmen im National Park.
Landschaftlich war der Denali Highway wunderschön. Die Strasse wurde teilweise auf Moränen gebaut, somit konnte man etwas erhöht durch die Landschaft fahren. Der Schotter war vor allem dann anstrengend, wenn sich Fahrrillen gebildet haben. Am zweiten Tag auf dem Highway hat es immer wieder geregnet, meine Stimmung war dann auch ziemlich im Keller. Es war Znachzeit als wir im strömenden Regen bei einer Lodge vorbei gefahren sind – die Bar war doch tatsächlich offen! Wir haben alle unsere nassen Velokleider abgezogen und vor der Bar deponiert und uns eine Cola gegönnt. Christian wollte eigentlich noch weiter fahren aber ich hatte keine Lust mehr. So habe ich mich erkundigt, wie viel es kosten würde, das Zelt aufzustellen. Die Wirtin hat gemeint, 10$ und wir dürften das Zelt aufstellen wo wir wollten. Da es so stark geregnet hatte, konnten wir aber keinen Platz finden, der nicht schlammig war. Die Wirtin hat dann angeboten, dass wir auch ein Zimmer haben können, wenn wir am Morgen das Geschirr abwaschen. Da haben wir natürlich nicht gezögert! Es gab also eine heisse Dusche, ein gutes Bett und WLAN und dann ein gutes Frühstück – ein richtiges Paradies! In der Lodge hatten sie nur sechs Gäste und zum Frühstück wurde Wegwerfgeschirr verwendet, da hatten wir unsere Arbeit natürlich schnell erledigt.
Das Wetter hatte sich mittlerweile auch gebessert und wir konnten gut gelaunt weiter fahren. Die Sonne trägt so viel zur guten Laune bei! An diesem Tag lag der Maclaren Summit resp. Pass vor uns – da die Höhenangabe in Fuss war, wusste ich nicht genau was uns erwartet. Es war dann gar nicht so heftig, wir mussten nur circa 200 Höhenmeter bewältigen. Am mühsamsten war nicht das Rauffahren, sondern die Mücken die uns belagert haben. Auf halber Höhe haben uns auch Autofahrer Energieriegel zugesteckt, diese kleinen Geschenke machen einen Velotag gleich so viel besser! Ich habe mich dann ziemlich genervt, dass es kurz nach dem Pass schon wieder hoch ging. Sowieso habe ich mich auf dem Denali Highway und auch später x-mal aufgeregt, wie die Amerikaner ihre Strassen bauen. Kommt man endlich oben auf einem Hügel an, sieht man bereits die nächste Steigung…
Nach einem weiteren Tag haben wir dann unsere Richtung wieder geändert. Der Tag hat zwar mit Regen angefangen aber wurde dann immer besser! Zuerst wurden wir zum zMorge eingeladen und wurden mit Eiern, Toast und Kaffee gefüttert. Wir haben die letzten unbefestigten Kilometer auf dem Denali Highway gemacht und sind dann auf dem Richardson Highway weiter gegen Norden gefahren. Plötzlich mussten wir fast gar nicht mehr pedalen, denn der Wind hat alle Arbeit für uns gemacht. Abends um zehn konnte ich dann trotz Rückenwind nicht mehr weiter fahren. Nach 130 km war ich so müde, dass ich einfach nicht mehr weiter wollte. Trotz geschlossenem Campingplatz habe ich also darauf bestanden, das Zelt aufzustellen. Wir haben also das Zelt aufgestellt und danach tatsächlich noch so etwas wie einen Sonnenuntergang gesehen – es war schon weit nach Mitternacht. Da die Sonne so spät untergeht, werden die Tage hier so lange und häufig bemerkt man gar nicht, wie schnell Mitternacht ist.
Zum Glück hatten wir auch am nächsten Tag noch Rückenwind und sind so schon gegen Mittag in Delta Junction angekommen. Unterwegs wurde uns gesagt, dass wir in einem bestimmten Restaurant unbedingt einen Burger essen sollten. Auf den haben wir uns dann so richtig gestürzt!
Wir haben dann gleich den ganzen Nachmittag in dieser gemütlichen Gartenbeiz verbracht.
Am nächsten Tag dafür hatten wir dann so richtig Gegenwind! Und erst noch auf einer Strecke ohne Kurven. Trotzdem haben wir hundert Kilometer geschafft. Das nächste Nachtlager konnten wir dann im einzigen Dorf entlang der Strecke – Dot Lake – in einer Kirche aufschlagen. Hier war besonders angenehm, dass wir uns keine Sorgen machen mussten, das Essen bärensicher zu verstauen.

Kirche in Dot Lake

Weiter gings dann Richtung Tok, dort haben wir zum ersten mal auf einem privaten Campingplatz übernachtet. Im Gegensatz zu den Campingplätzen der State Parks gab es da fliessendes Wasser und eine Waschmaschine, wo wir unsere Kleider gewaschen haben.

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